Am 3. Juni 2024 fand der gemeinsame VorOrt-Anlass der drei Organisationen Architektur Forum Ostschweiz, Lignum Ost und Lignum Holzkette St.Gallen im Klanghaus Toggenburg in Wildhaus statt. Mit über 90 Anmeldungen war der Anlass ausgebucht.

 

Bilder und Text Lignum Holzkette St.Gallen

Die Baustelle konnte zu einem interessanten Zeitpunkt besichtigt werden. Während das Gebäude äusserlich einen fast fertigen Eindruck macht, war der Innenausbau noch in vollem Gange und die eintreffenden Besucher lösten die Handwerker zum Feierabend nahtlos ab.

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Begrüsst wurden die Teilnehmer vom Duo «Rond om de Säntis» mit Maya Stieger und Peter Looser mit traditionellen Klängen aus dem Toggenburg. Als wohl erste Musik im Klanghaus gaben sie einen Eindruck, wie sich das Haus nach der Eröffnung im Frühjahr 2025 präsentieren wird.

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In drei wechselnden Gruppen wurden die Bereiche «Architektur», «Holzbau» und «Klangwelt» vorgestellt. Mit Astrid Staufer, Staufer & Hasler Architekten, Leonie Hollenstein, Klangwelt Toggenburg und Richard Jussel, Blumer-Lehmann AG haben drei Persönlichkeiten referiert, die wohl fast alles über das Klanghaus wissen!

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Das Klanghaus blickt auf eine lange, fast 20-jährige Vorbereitungszeit mit diversen Schlaufen zurück. Dank dem alten am gleichen Ort stehenden Hotel Seegüetli konnte an dieser einmaligen Lage überhaupt gebaut werden. Bis Ende Jahr soll das Gebäude fertig sein und der Klangwelt zum «Einstimmen» übergeben werden. Die eigentliche Eröffnung findet im Frühjahr 2025 statt.

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Mit dem Klanghaus Toggenburg wird am Schwendisee eine Landmarke gesetzt, die einen Ort von nationaler Bedeutung betont. Landschaft, Klang, Architektur: Dies sind die drei wichtigsten Eckpfeiler, auf denen das geplante Klanghaus steht. Die Musik, beziehungsweise die Klänge, die in der Landschaft und in der regionalen Tradition ihre Wurzeln haben, sind Ausgangspunkt der Idee Klanghaus. Es soll ein Haus für den Klang gebaut werden, das selber zum Instrument und Resonanzraum wird, mit einer Akustik, die es in dieser Form noch nicht gibt.

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Um die bestmöglichen akustischen Bedingungen zu schaffen ist das Klanghaus eine vollständige Holzkonstruktion möglichst aus regionalem Holz, fast wie ein Instrument. Aussen ist es mit Schindeln verkleidet, im Innern werden Resonanzkammern gebildet, welche der Musik einen besonders reichhaltigen warmen Klang verschaffen.

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Die anspruchsvolle Geometrie des Gebäudes, ähnlich einer Geige, führt dazu, dass es keine parallelen Wände gibt, damit der Schall mehrfach gebrochen wird. Die Geometrie der Decken, die riesigen Tore zwischen einzelnen Räumen, die Klangschalen in den Wänden des Zentralraumes und ein Resonanzboden machen das Haus klangmässig zu einem Experimentierfeld für die künftigen Nutzer. Während der Zentralraum nur über runde Lichtschächte in der Decke beleuchtet wird, haben die andern Räume grosse Fenster hinaus in die Natur, zum Schafberg, zum Schwendisee und zum Tal hin. Zwei kleine Aussenbühnen ermöglichen auch Klangerlebnisse draussen im Rund der umgebenden Schindelfassaden.

Von den Gesamtkosten von 22.3 Mio Fr. entfallen rund 5 Mio für das Verlegen der Strasse und Brücke und rund 4.3 Mio auf den Holzbau und die Spenglerarbeiten. Das ganze Gebäude ist unterkellert, besitzt eine einfache Küche und wird mit Erdwärme beheizt. Eine repräsentative rund Holztreppe wird das Erd- mit dem Obergeschoss verbinden.

Zum Abschluss der drei sehr informativen Vorträge und Führungen wurden den Teilnehmern ein reichhaltiger Apéro offeriert.

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