«Holz im digitalen Spannungsfeld»
Beim Grillfeuer-Gespräch diskutierten Holzfachleute in Salez über die Digitalisierung.

Text Meinrad Gschwend

Der digitale Wandel beeinflusst auch die Holzwirtschaft. Holzbauer und Holzplaner stehen vor neuen Herausforderungen. Wo liegen die Chancen? Wo lauern die Risiken? Fragen dieser Art standen im Mittelpunkt des Grillfeuer-Gesprächs. Unter der Leitung von Beni Heeb diskutierten Rolf Baumann (Berner Fachhochschule), Anne Nyffeler (Pirmin Jung AG), Dominic Sieber (SFS Bereich Holzbau) und Stefan Müller (Säntis Innovations Cluster Holz).

Vorträge :

«Digitale Tendenzen und deren Umsetzung in der Holzwirtschaft»
Rolf Baumann, Berner Fachhochschule

«Umsetzung der digitalen Zusammenarbeit in der Firma»
Anne Nyffeler,
Pirmin Jung AG

«Digitalisierung im Betrieb, Shop und Handel»
Dominic Sieber
, SFS Bereich Holzbau, Heerbrugg

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Digitale Kompetenzen aneignen sei wichtig.
Keine Digitalisierung um der Digitalisierung willen, darüber waren sich die Referenten am Grillfeuer- Gespräch einig. Längst ist die Digitalisierung in der Holzbranche nicht mehr wegzudenken. Es brauche auf der ganzen Linie Offenheit gegenüber den Möglichkeiten der Digitalisierung, lautete der Tenor. «Doch es bringt nichts, wenn man jedem Trend hinterherhechelt», betonte Dominic Sieber. Es ist wichtig, dass sich die Mitarbeitenden die entsprechenden digitalen Kompetenzen aneignen. Auch für die Holzbranche gelte, dass lebenslanges Lernen ein Muss sei, sagte Rolf Baumann. Doch vermehrt seien die Betriebe gefordert, Kooperationen einzugehen und die Kultur des Teilens zu fördern. Die Fragestellungen sind vielfach derart komplex, dass die Herausforderungen nur betriebs- und sogar branchenübergreifend bewältigt werden könnten.

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Stefan Müller doppelte nach: «Wir müssen noch vermehrt die Leute schulen, wie man mit der Digitalisierung umgeht.» Auch für Müller ist klar, dass es in der gesamten Holzbranche vermehrt Plattformen braucht. Denn sie bieten neue Chancen, Erfahrungen auszutauschen und gemeinsam an neuen Lösungen zu arbeiten. Was Müller für die ganze Branche fordert, wird im Planungsbüro Pirmin Jung gelebt.

Kundennutzen ist ein zentrales Ziel
Anne Nyffeler berichtete, wie innerhalb des Büros Informationen ausgetauscht werden. Es geht darum, dass die ganze Firma von Kompetenzen und Erfahrungen der einzelnen Mitarbeitenden profitieren könne. «Nur gemeinsam kommen wir weiter.» Wichtig ist, dass die digitalen Werkzeuge verstanden und dass alle Beteiligten, vom Planer bis zum Holzbauer, flexibler werden im Umgang mit den Schnittstellen. Letztendlich geht es darum, dass wir gemeinsam auf ein Ziel hinarbeiten. Ein zentrales Ziel ist der Kundennutzen. «Wir müssen uns immer fragen, was es dem Kunden bringt», forderte Baumann. Den Mehrwert für die (externen wie auch internen) Kunden stellten alle Referenten in den Mittelpunkt. Wo können Kosten gespart werden? Wo kann einfacher, effizienter, qualitativ besser gearbeitet werden? Antworten auf diese Fragen müssten stets im Zentrum jedes Digitalisierungsschrittes sein.

Für Müller ist die Digitalisierung eine grosse Chance, die es zu packen gilt. Nämlich auf der ganzen Linie eine Holzkette zu bilden. Dafür braucht es unter anderem eine bessere Vernetzung der Firmen. Nicht nur Ideen, sondern auch Kosten können so geteilt werden, und letztendlich kann umso schneller und besser auf die Bedürfnisse der Kunden reagiert werden. Der Holzbau des Landwirtschaftlichen Zentrums in Salez lieferte das passende Umfeld, damit rund 30 «hölzige» Fachpersonen aus der ganzen Ostschweiz ihre Haltungen zu Pro und Contra der Digitalisierung diskutieren konnten.

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